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WIR
SAGEN NEIN!
Die
eGK: Das große Gesundheitsversprechen und seine große Täuschung
Grundrechtekomitee
23.10.2006
Biomedizin/Bioethik
Mitte des
Jahres 2007 soll begonnen werden, die elektronische Gesundheitskarte
(eGK) einzuführen. In einem ersten Schritt soll die eGK
Versicherungsdaten, eine lebenslang geltende
Krankenversicherungsnummer und ein Passbild enthalten. Dadurch wird
sie zu einer allgemeinen Kennkarte, die auch sicherheitspolitisch
nutzbar wäre. Die Karte soll zusätzlich einen Chip enthalten. Mit
ihm kann auf ein Computernetzwerk zugegriffen werden. Dort sollen
alle gesundheitlichen Daten der Bürger und Bürgerinnen zentral
gespeichert werden. Mit der Einführung der eGK sind große
Versprechen verbunden: Wir sollen auf die
naturwissenschaftlich-technischen und pharmakologischen Innovationen
vertrauen und uns auf die Informations- und
Kommunikationstechnologie verlassen.
• Dank der
kleinen Karte sollen weniger Menschen sterben, weil unverträgliche
Medikamente unverzüglich entdeckt werden.
• Nur so verfügten Ärzte im Notfall sofort über die Informationen,
die das Leben retten könnten.
• Die wuchernden Kosten des Gesundheitssystems sänken.
• Als Patientinnen und Patienten vermöchten wir uns mehr selbst zu
bestimmen.
Diese Versprechen sind falsch. Mit dem Gebrauch der eGK sind große
Gefahren verbunden. Wir wissen, dass wir, die Bürger und
Bürgerinnen, die Kosten tragen müssen.
Die eGK schadet selbstbestimmter Gesundheit!
„Patientenautonomie“ und „Freiwilligkeit“ werden uns vorgegaukelt.
Wirtschaftlich-technologische Expansion, politisch-ökonomische
Steuerung und Kostenkontrolle können nur dann erfolgreich sein, wenn
alle mitmachen. Wir sollen unsere eGK immer und überall verwenden.
Wir sollen zustimmen, dass alle unsere Daten gespeichert und von
vielen, formell zuständigen, Institutionen gebraucht werden können.
Wir sollen dafür sorgen, dass die Informationen ständig erneuert
werden.
Krankheiten müssen EDV-tauglich werden. Komplexe, nicht vollständig
verstandene Krankheitsbilder werden auf eine ICD-Nummer verkürzt.
Die Sicht einer medizinischen Disziplin und der in ihr herrschenden
Ansichten dominiert. So entsteht die Illusion, diagnostische Befunde
und therapeutisch-präventive Behandlungsarten seien eindeutig. Wir
müssen nicht mehr gefragt werden. Individuelle Unterschiede können
in diesem allgemeinen und riesigen Informationssystem nicht
berücksichtigt werden.
Unklar ist, wie wir unsere Krankheits- und Behandlungsdaten ansehen,
verstehen, korrigieren und kontrollieren können. Die hochgehängte
„Patientenautonomie” wird zur (arglistigen) Täuschung. Wie werden
wir instand gesetzt, die abgehobenen, im medizinischen Jargon
verschlüsselten Daten zu verstehen und den Prozess der
Gesundheitsfür- und vorsorge umfassend mitzubestimmen? Mit Hilfe der
eGK soll das Gegenteil erreicht werden. Der BürgerPatient als
Chipkartenbesitzer gibt sich vollends in ein undurchsichtiges
System.
Nur negative Folgen!
Die in Diagnose und Therapie ermittelten Daten sollen wir - mit oder
ohne unser Wissen - der Forschung im Auftrag der Pharmaindustrie
überlassen.
Der schon gegenwärtig schwierige und ungleiche Umgang zwischen uns
als PatientInnen und den Angehörigen der Heilberufe wird vollends
ausgehöhlt. Darauf, ihn zu verbessern, käme es aber
gesundheitsentscheidend an. Statt dessen zählen die Daten der eGK.
Die Muster, die im Computer gefertigt werden, geben den Ausschlag
für Prophylaxe, Diagnose und Therapien.
Wie sollen wir den Umgang mit unseren Daten kontrollieren? Was wird
aus der ärztlichen Schweigepflicht? Im Labyrinth des von mächtigen
Institutionen gebildeten Gesundheitssystems wird der Schutz unserer
Daten zu einer unlösbaren Aufgabe. Nicht wir kontrollieren. Wir
werden kontrolliert.
Die Kosten der eGK tragen wir, die Patienten und Patientinnen!
Die Kosten für die technische Ausstattung sind immens. Ebenso die
erwartbaren
bürokratisch-technischen Irrtümer. Diese fallen nicht nur einmalig,
sie fallen fortlaufend an. Die Geräte und ihre Software sind jeweils
auf dem neuesten Stand zu halten. Wir als Versicherte müssen die
doppelten Kosten tragen: die der Irrtümer und die des immensen
Geldaufwands.
(Diese Argumente sind genauer ausgeführt in: Das große
Gesundheitsversprechen und seine große Täuschung. Informationen an
alle Bürgerinnen und Bürger, beruflich weiß oder alltäglich
gekleidet, über die elektronische Gesundheitskarte; Hrsg.: Komitee
für Grundrechte und Demokratie, Aquinostr. 7-11, 50670 Köln, Tel.:
0221 - 97269 -30; Fax: -31)
Wir sagen NEIN!
Ich sage Nein zur elektronischen Gesundheitskarte. Gemeinsam
verweigern wir die Zustimmung zum Gesundheitsersatz mit Hilfe der
eGK. Wir fordern alle verantwortlichen PolitikerInnen in allen
Parteien, insbesondere den Bundestag und die Bundesregierung auf,
dieses bürgerfeindliche Projekt zu stoppen. Die
Gesundheitsministerin täuscht sich und andere, wenn sie das „Projekt
eGK“ im Namen der Gesundheitsförderung durchdrücken will. Zeit und
Geld sind dafür einzusetzen, eine Alternative zum gegenwärtigen
Gesundheitssystem und seinen finanziellen Problemen zu entwickeln.
Ich mache nicht mit. Ich verleihe meinem Protest Ausdruck, indem ich
mich weigere, meine Gesundheitsdaten in einem zentralen Netz
speichern zu lassen!
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Name
Anschrift Unterschrift |
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Bitte pdf
ausdrucken, unterschreiben und einsenden an: |
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Komitee für
Grundrechte und Demokratie, Aquinostr. 7 - 11, 50670 Köln |
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pdf |

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Unter den bisher ca. 150 erstunterzeichnenden Organisationen
und Personen sind:
FoeBuD e.V.; Forum Informatiker für Frieden und
gesellschaftliche Verantwortung; Humanistische Union;
Internationale Liga für Menschenrechte; Komitee für
Grundrechte und Demokratie e.V., Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner;
Dr. Rolf Gössner; Prof. Dr. Peter Grottian; Dr. Matthias
Jochheim (IPPNW); Prof. Dr. Wolf-Dieter Narr; Dr. Elke
Steven (für die Gesundheits-AG des Komitee für Grundrechte
und Demokratie)
Das Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V. sammelt die
Unterschriften und übergibt sie dem
Bundesgesundheitsministerium. Die Spitzenorganisationen des
deutschen Gesundheitswesens und die Presse werden über die
Zahl der Unterschriften informiert. (Unterschriften bitte
senden an: Komitee für Grundrechte und Demokratie,
Aquinostr. 7 - 11, 50670 Köln)
Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.
Das Komitee für Grundrechte und Demokratie will
durch aktives, streitbares und couragiertes Engagement
Grundrechte und Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
verteidigen.
Informationen über die Arbeit des Komitees:
Komitee für Grundrechte und Demokratie
Aquinostr. 7-11, 50670 Köln
Telefon 0221 / 9 72 69-30 - Telefax 0221 / 9 72 69-31
info@grundrechtekomitee.de - www.grundrechtekomitee.de
Spendenkonto
Konto-Nr: 8 024 618 Volksbank Odenwald
BLZ 508 635 13
Spenden sind steuerlich absetzbar. |
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Link zum
Grundrechtekomitee

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